Burg Eltz und Weinkellerei Weckbecker

20. September 2015

Mit 20-minütiger Verzögerung – der Bus kam in bisschen zu spät – machten wir uns auf den Weg zur Mosel.

Der Bus war ziemlich voll, und wir hatten viel Spaß unterwegs. Die Fahrt bis zur Burg Eltz verlief ohne Probleme. Wir hatten an diesem Sonntag recht schönes Wetter, es war meist sonnig, und die Temperatur lag bei 18 Grad. Vom Parkplatz aus führte uns ein netter Spaziergang in das Tal, in welches die Burg Eltz eingebettet liegt. Allerdings war dieser Fußmarsch auch ganz schön anstrengend, da der Weg recht steil bergab führte. Da dies jedoch der schnellste Weg war, nahm ihn die gesamte Gruppe. Es gibt auch einen weniger steilen Weg, für den man aber ca. 30 Minuten benötigt. Wir waren ein wenig spät dran für unsere Führung (wegen des verspäteten Aufbruchs), aber Kay konnte es so einrichten, dass unsere Führungen kurz nach unserer Ankunft auf der Burg starteten. Gut gemacht, Kay!

Es war eine sehr interessante Führung. Wir konnten zwei der drei “Häuser” der Burg besichtigen. Etwa ein Drittel der Burg ist nicht für Besucher freigegeben., da der aktuell im Besitz der gesamten Burg befindliche Zweig der Familie Eltz dieses noch als Wochenend-Wohnsitz nutzt. Die Führung begann in der Waffenkammer, von wo wir in den Speisesaal gelangten. Von da aus kamen wir in ein wunderschönes Schlafzimmer, in welchem das Bett auf einer etwas erhöhten Plattform stand. Wir betraten den Ratssaal, wo wir erfuhren, dass das von der Wand herabblickende Hofnarrengesicht ein Symbol für die Redefreiheit war (In diesem Raum durften alle frei reden, ohne eine Bestrafung fürchten zu müssen.), während die aufgeblühte Rose an der Wand das Schweigen symbolisiert, welches über die im Ratssaal besprochenen Dinge bewahrt werden musste.

Danach besichtigten wir das Kinderzimmer und einen Raum mit Jagdtrophäen und vielen Miniatur-Kanonen, und zum Schluss die Küche.

Wir bekamen während der Führung zahlreiche Toiletten aus der Zeit vor 800 Jahren zu sehen, da sich die Burg rühmt, über 20 Toiletten zu besitzen, die von den früheren Mitgliedern der Familie Eltz benutzt wurden.

Besichtigen konnten wir auch die Schatzkammer der Familie Eltz (Eintritt im Ticketpreis inklusive) mit zahlreichen Exponaten, die sich im Lauf der Jahrhunderte angesammelt haben. Es ist eine phantastische Sammlung von Waffen, Reliquien, Porzellan, Prunkgewändern der Familie Eltz und vielem mehr aus über 800 Jahren.

Die Burg Eltz ist nicht zuletzt deshalb einen Besuch wert, weil sie eine der wenigen Burgen ist, die während all der Kriege, die in ihrer Umgebung geführt wurden, nie zerstört wurde.

Die früheren Burgherren waren durch die Zeiten hindurch recht einflussreich. Unser Tour-Guide erzählte mir, dass die Familie ursprünglich durch die Erhebung von Wegezöllen für das Passieren des Tales zu Reichtum gekommen war. Dann wandte sich die Familie der Politik zu und erreichte eine hohe Stellung innerhalb der Kirche. Auch heute noch unterzeichnen die Besitzer der Burg auf ihrer Haupt-Website mit “Graf und Gräfin Eltz”. 

Reizvoll war auch die Umgebung der Burg, die wir bewunderten, während wir im Außenbereich des Burgcafés nach unserer Führung unseren Kaffee oder Tee tranken. Viele Teilnehmer unserer Gruppe stiegen hinunter, um sich das unmittelbare Umfeld der Burg anzuschauen, während andere zu einer etwas kernigeren Wanderung in die Umgebung aufbrachen. Sie schafften es aber trotzdem, rechtzeitig zur Abfahrt wieder am Bus zu sein!

Pünktlich um 2:15 Uhr verließen wir die Burg Eltz und fuhren zum Weingut Weckbecker an die Mosel. Bei diesem Teil der Fahrt gab es ein kleines Problem, da der Fahrer ein Schild übersehen hatte, welches ab einem gewissen Punkt die Weiterfahrt für Busse verbot. Unser unerschrockener Busfahrer hatte das fragwürdige Vergnügen, den Bus auf dem sehr belebten Parkplatz eines Hotel-Cafés wenden zu müssen, welcher so gar nicht für diesen Zweck gedacht war. Mit der Hilfe einiger Mitfahrer schaffte er es schließlich, den Bus zu wenden. Da das Ganze eine halbe Stunde in Anspruch genommen hatte, hinkten wir unserem Zeitplan für die Weinprobe ein bisschen hinterher (dachten wir jedenfalls). Schließlich stellte sich jedoch heraus, dass die Familie Weckbecker geglaubt hatte, unsere Gruppe käme um 3:30 Uhr. So waren wir stattdessen eine halbe Stunde zu früh dran! Wie auch immer, es war alles für uns bereit, als Kay vom Restaurant aus beim Weingut anrief, um unser etwas späteres (tatsächlich aber früheres) Eintreffen zu entschuldigen.

Wir kamen bei den Weckbeckers an, und schon vom Bus aus konnten wir sehen, dass die Tische wunderschön im Garten aufgestellt waren. Wir knabberten   knuspriges Brot und probierten 7 verschiedene süffige Weine.

Netterweise übersetzte Kay für Herrn Weckbecker die Beschreibung der jeweiligen Weine sowie das, was er über die Geschichte der Region und die Weinerzeugung zu erzählen wusste. Für die Kinder und anderen Nicht-Weintrinker wurde ein sehr leckerer Traubensaft serviert. Die Kinder hatten ihren Spaß, sie rannten im Garten herum und spielten und unternahmen mit der Familie Larson einen Rundgang durch die benachbarten Weingärten.

Das Wetter blieb absolut wunderschön, bis es Zeit wurde für den Aufbruch. Dann zogen Wolken auf, die uns hinausbegleiteten. Die Weinprobe dauerte 2,5 Stunden, und viele von uns kauften ein paar schöne Flaschen Wein für den späteren Genuss.

Glücklicherweise verlief die Busfahrt zurück zum Gästehaus ohne Probleme.

Wir danken den Organisatoren der Fahrt, und ein großes Lob geht an Kay, die den Ausflug geleitet hat.

(Bilder befinden sich in der Fotogalerie)

 

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