30. Sept. 2012

 

Am Sonntag, den 30.September, waren wir mit dem Internationalen Club eingeladen, das Wasserschloss Merode bei Langerwehe zu besuchen.

Lange schon hatten wir uns auf diesen Besuch gefreut, den Claudia Prell-Zander organisiert hatte. Ganz kurzfristig konnten wir unsere Mitglieder und Freunde dazu einladen.

Es war ein wunderschöner Herbsttag und es hatten sich 35 Neugierige eingefunden. Wir freuten uns über das große Interesse an dieser Führung.

Überaus pünktlich empfing uns seine Hoheit Prinz Carl-Ludwig von Merode am Eingang des Schlossparks. Es war wunderbar, dass seine Hoheit diese Führung in Englisch durchführen konnte, da wir eine gut durchmischte internationale Gruppe von Teilnehmern aus Taiwan, Frankreich, England, Japan, Russland, Bosnien, Rumänien, USA  und Mexiko waren. Eine kleine Teilnehmerin hatte sich als Prinzessin kostümiert, was dem Prinzen ein Lächeln entlockte.

Um uns einen Eindruck vom Ausmaß und der Vielfalt der Gebäudeteile zu vermitteln, lud uns der Prinz zuerst zu einem Rundgang um das Schloss herum ein. So konnten wir die verschiedenen Türme und Gebäude aus den unterschiedlichsten Zeitaltern bestaunen und unterscheiden lernen, da uns der Prinz die verschiedenen Baustile genau erklärte. Auch auf die starke Beschädigung durch die  Bombardierung am 17. November 1944 wurden wir hingewiesen .Der Prinz bedauerte an dieser Stelle sehr, dass die ursprüngliche Gebäudesymmetrie heute gestört ist, da eine der Turmruinen nach der heftigen Bombardierung von seinem Vater auf Grund fehlender finanzieller Mittel nicht wieder aufgerichtet werden konnte.

Ein weiteres Mal wurde das Schloss am 19. Juni 2000 zerstört, diesmal aber durch einen Brand. Sonneneinwirkung durch das Glas eines kleinen Dachfensters ( übrigens nennt man das Fenster im Französischen „Was ist das?“ ) hatte das Feuer entfacht. 80% des restaurierten Schlosses wurden zerstört, darunter ein großer Teil des Dachstuhls und ein Eckturm mit seiner Barockhaube. Was das Löschwasser angerichtet hatte, konnte man sich kaum vorstellen, obwohl wir hörten, dass pro Minute 15 000 Liter Löschwasser auf die Gebäude prasselten.

Von all dem war jetzt nichts mehr zu sehen und der Prinz schilderte die enormen Anstrengungen, die nötig waren, um das Geld für die Restaurierung aufzubringen. Auch heute noch wirbt man um Spenden zum Unterhalt über den Förderverein Schloss Merode.

Es ist schon etwas Besonderes, dieses Schloss betreten zu dürfen. Wohnraum, Speisezimmer und ein mit modernen spanischen Gemälden geschmückter Raum durften von uns besichtigt werden. Während des Weihnachtsmarktes im Dezember sind diese Räume nicht zugänglich. Die Schlosskapelle, auf die im 2. Weltkrieg  eine Bombe fiel, die glücklicherweise nicht explodierte, hatte zu diesem Zeitpunkt vielen Menschen aus dem Dorf Zuflucht geboten. Die Rettung der Menschen, die in der Kapelle gebetet hatten, bezeichnete der Prinz als ein Wunder. Auch in den Keller mit seinem ausgefallenen Gewölbe und dem geheimnisvollen Rundschacht im Boden ( mit einem Glasdeckel belegt und von unten beleuchtet ) stiegen wir noch hinab.

Wir verabschiedeten uns von seiner Hoheit mit herzlichem Applaus und eine Spende. Er wünschte sich, dass unsere Mitglieder und Freunde sich in ihrer Sprache und Schrift ins Gästebuch eintragen sollten. Das taten alle natürlich besonders gern. Man könnte noch viel über die Geschichte derer von Merode erzählen, aber das kann man ja auch im Internet nachlesen.

Wir waren alle angetan von der natürlichen Herzlichkeit mit der seine Hoheit, Prinz Carl-Ludwig uns empfangen und geführt hat. (siehe auch Fotoalbum)

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