„Essen, wo es hingehört“ – Ein Tag bei der Jülicher Tafel

27. Februar 2018

Wieder einmal war es Hans-Georg Plott, der uns mit einem interessanten Vortrag zu einem brisanten und derzeit vieldiskutierten Thema - den Tafeln - beeindruckte. Er selbst arbeitet seit über drei Jahren bei der Jülicher Tafel mit und gehört auch deren Vorstand an.

In seinen Ausführungen berichtete er zunächst über die Geschichte der Tafelbewegung in Deutschland, die bereits seit 25 Jahren besteht und eine der größten sozialen Bewegungen im Lande ist. Ihr Anliegen ist es, überschüssige und qualitativ einwandfreie Lebensmittel vor der Vernichtung zu retten und diese an sozial und wirtschaftlich benachteiligte Menschen wie Sozialhilfeempfänger, Alleinerziehende, Arbeitslose, Spätaussiedler und Asylbewerber zu verteilen. Mittlerweile gibt es etwa 935 Tafeln, die ca. 1,5 Millionen bedürftige Menschen unterstützen und bei denen sich etwa 60 000 ehrenamtliche Mitarbeiter engagieren.

Danach gab uns Hans-Georg einen ausführlichen Einblick in die Arbeitsweise der Jülicher Tafel, die wöchentlich etwa 200 Bedarfsträger, d. h. Einzelpersonen wie auch Familien, versorgt. Er informierte über das Tafelkonzept, über Förderer und Mitarbeiter der Jülicher Tafel, davon 35 Ehrenamtler, und beschrieb sehr anschaulich, wie so ein Tag bei der Jülicher Tafel abläuft, beginnend bei der Abholung der Waren von Supermärkten, Discountern, Bäckereien und landwirtschaftlichen Betrieben, über die Prüfung der Qualität, Sortierung und Lagerung der Waren bis hin zum Verkauf an die Kunden zu einem symbolischen Preis von 10 c bzw. 20 c je Produkt. Der Verkauf der Waren in Jülich ist recht gut organisiert. Wer im Laden einkaufen möchte, beantragt einen Kundenausweis, der je nach nachgewiesener Bedürftigkeit ausgestellt wird und unterschiedliche Farben trägt. Anhand einer Farbtabelle können die Kunden ersehen, welche Farbe an welchem Tag zum Einkauf berechtigt. Dies läuft in Jülich wohl vergleichsweise problemlos ab, betrachtet man die umstrittene Entscheidung der Essener Tafel, vorerst keine Ausländer als Neukunden aufzunehmen.

Nach einer regen Diskussion im Anschluss an seinen Vortrag und der Feststellung, dass die aktive Unterstützung Hilfebedürftiger nicht nur eine Angelegenheit von ehrenamtlich tätigen Personen sein sollte, sondern eine noch wesentlich stärkere Unterstützung von Seiten der Politik und des Staates erforderlich ist, wurde Hans-Georg Plott von den Zuhörern mit großem Beifall bedacht.

Erfreulich ist darüber hinaus, dass sich ein weiteres Mitglied unseres Clubs für die ehrenamtliche Mitarbeit bei der Jülicher Tafel bereiterklärt hat und auch schon den ersten Einsatz absolviert hat.

 

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